Katachi-Art - Informationen zu antiken Samuraischwertern
Hinweise zum Kauf antiker Samuraischwerter

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Klassifizierung und Preise
Zum Kapitel Anfang
I.) Schwerttypen und typische Klingenwaffen IV.) Japanische Papiere VII.) Signaturen
II.) Die Klingen V.) Tsuba, Fuchi/Kashira/Menuki und Sayabeschläge VIII.) Grundsätzliches
III.) Saya/Shirasaya VI.) Hawley, Toko Taikan, Fujishiro IX.) Fazit
Im Text nach
Verwendete Begriffe (fahren Sie mit der Maus hier drüber um die Begriffe anzuzeigen)
Edo             Name der ehemaligen
                   Hauptstadt, heute Tokio


Edo-Zeit      Abschnitt der japanischen
                   Geschichte von 1603 bis
                   1868


Hamon        sichtbare Härtelinie eines
                   Schwertes


NBTHK       Nihon Bijutsu Token
                   Hozon Kyokai
                   (Gesellschaft für die
                   Erhaltung des japanischen
                   Schwertes)


NTHK          Nihonto Token Hozon Kai
                   (Japanische Gesellschaft
                   für die Erhaltung des
                   Samuraischwertes)


Masamune Okazaki Masamune war
                   einer der berühmtesten
                   Schwertschmiede Japans


Menuki        Ornamente, die unter der
                   Griffwicklung auf Katana
                   und Wakizashi gefunden
                   werden


Set en suite Teile zugehörig zu einem
                   Set


Shaku          Maßeinheit
                   1 Shaku= 30,3 Cm


Teiji            „aufgeklärte Herrschaft“

Teiji-Zeit     Zeitraum der Regentschaft
                   des Tennos Mutsuhito
                   (Januar 1868 bis Juli 1912)

 

Sind Sie fasziniert von antiken Samuraischwertern und anderen japanischen Waffen?

In unserem Geschäft bieten wir Ihnen original antike Samuraischwerter. Wir haben immer nur einige antike Samuraischwerter im Webshop, bieten Ihnen aber im Geschäft weitere Schwerter an. Wenn Sie uns etwas Zeit geben, begeben wir uns auch in Japan auf die Suche, um das für Sie richtige antike Samuraischwert zu finden.

Der Aufbau und die Geschichte des Samuraischwertes werden an anderer Stelle auf unserer Infoseite beschrieben, hier jedoch soll darauf hingewiesen werden, worauf man beim Kauf antiker Samuraischwerter achten sollte.
Waffentechnisch ist das sogenannte Samuraischwert eigentlich ein Säbel und kein Schwert, auch wenn sich dieser Begriff im deutschsprachigen und im angelsächsischen Raum durchgesetzt hat. Die Franzosen sind da korrekter. Dort heißt es "Sabre Japonais".

Antike Samuraischwerter werden im Internet auf zahlreichen Webseiten angeboten. Oftmals sind die erheblichen Preisunterschiede für den Kunden zunächst nicht ersichtlich.

I.) Schwerttypen und typische Klingenwaffen


1.) Katana

Grundsätzlich verbinden die meisten Kunden das klassische Katana (das lange Schwert) mit dem Begriff des Samuraischwert.
Das Katana hat eine Länge von mindestens 2 Shaku (= 60,6 cm) Nagasa
Da das Katana nur von den Samurai getragen werden durfte, ist ihre Zahl deutlich geringer, als die des Wakizashi, das auch (zu bestimmten Zeiten) von Kaufleuten getragen werden durfte. Das Katana in seinen verschiedenen Formen erzielt somit grundsätzlich die höchsten Preise von allen japanischen Waffen.
Ein Katana mit guter Politur und einfacher, aber vollständiger Montierung ohne Papiere ist ab etwa € 4000.- zu haben, mit Papieren der NBTHK oder NTHK ab etwa € 5000.-
Es gibt verschiedene Klingenformen und Unterarten des Katana, die sich ebenfalls auf den Preis auswirken können.

2.) Chisa-Katana

Seine Länge liegt zwischen Wakizashi und Katana. Preise ab ca. € 2500.-

3.) Wakizashi

Das Wakizashi war das kürzere Schwert des Schwertpaares (Daisho) wie es gegen Ende des Bürgerkrieges und zu Begin der Edo-Zeit zur Standartbewaffnung des Samurai gehörte. Die Klingenlänge liegt über ein Shaku (30,3 cm) und unter 2 Shaku
Da auch Kaufleute das Wakizashi tragen durften gibt es auch heute noch deutlich mehr davon auf dem Sammlermarkt. Der Preis ist demzufolge deutlich geringen als der eines Katana von gleicher Qualität. Ein einfaches, gut erhaltenes Wakizashi ohne Papiere ist ab ca. € 2000.- zu erhalten.

4.) Tachi

Das Tachi ist das ursprüngliche Langschwert des Samurai, bevor die Samurai in der beginnenden Edo-Zeit das Daisho zu tragen begannen. Während des Bürgerkrieges, d.h. der Zeit der streitenden Reiche wurden Schwerter i.d.R. noch in der Tachi-Montierung getragen. Das klassische Tachi hat i.d.R. eine längere und schlankere Klinge und einen schmaleren Hamon als das spätere Katana
Es wurde im Gegensatz zum Daisho nicht mit der Schneide nach oben getragen, sondern in der Tachi-Montierung hängend wie ein europäischer Säbel mit der Schneide nach unten.

Auch in späteren Zeiten wurden noch Tachiklingen gefertigt und auch mit einer entsprechende Tachimontierung versehen. Alte originale Tachis in gutem Zustand aus der Vorbürgerkriegszeit, d.h der frühen Kotozeit, die nicht bereit dünn poliert wurden sind naturgemäß sehr selten und teuer und mit einer alten Originalmontierung aus der Entstehungszeit der Klinge nur sehr selten zu bekommen. Sie sind demzufolge sehr teuer, vor allem wenn sie hochwertige Papiere haben. Preise von weit über € 10000.- sind üblich.

5.) Ken

Das Ken ist die älteste Klingenform, die noch direkt von den chinesischen Schwertern abstammt. Die Klinge ist noch eine echte Schwertklinge, da sie gerade und beidseitig geschärft ist. Echte alte Ken-Schwerter in sehr guten Zustand sind kaum zu bekommen.
Aus späteren Zeit sind Schwerter, teilweise auch mit Klingen in Wakizashilänge für Preise ab ca. € 4000.- erhältlich, jedoch eher selten.

6.) Tanto, Hamidashi-Tanto, Sunobi-Tanto, Aikuchi, Kwaiken, Kubikiri

Die kürzeste Waffe Japans war der sogenannte Tanto (Dolch). Eigentlich waren alle diese kurzen Blankwaffen der Form nach Messer, da sie einseitig geschärfte Klingen hatten und keine Dolche (beidseitig geschärfte Klinge). Es gab jedoch auch echte Dolchklingen, die allerdings seltener vorkamen.
Der Tanto weist ein Stichblatt (Tsuba) auf, ebenso wie der Hamidashi-Tanto, dessen Stichblatt jedoch sehr klein und zu den Seiten an denen sich die Öffnungen für Beimesser (Kozuka) und Schwertnadel (Kogai) befinden , offen ist. Beide Tantoformen sind seltener und deutlich teurer als der Aikuchi, der ohne Tsuba auskommt. Dieser hatte die größte Verbreitung.

Für einen gut erhaltenen bzw. restaurierten, vollständig montierten Tanto muß man mit mindestens € 2500.-. Der Preis liegt deutlich über dem eines Wakizashi, da der Tanto auf dem Sammlermarkt deutlich gefragter ist. Für einen entsprechenden Aikuchi sind mindesten € 1500.- zu bezahlen.

Der Kwaiken ist eine sehr kurze Variante ohne Tsuba und Fuchi/Kashira. Er wurde oftmals von Frauen oder Mönchen zum Selbstschutz getragen, häufig im weiten Ärmel des Obi. Hier muß man mit mindestens € 1000.- rechnen.

Der Sunobi-Tanto liegt bei der Klingenlänge zwischen Tanto und Wakizashi, hat aber oftmals die klassische Hira-Zukuri- Klingenform des Tanto. Der Preis liegt etwa bei dem des Tanto.

Der Kubikiri weist eine Klinge auf, bei der die Schneide in der Innenbiegung angebracht ist. In der Frühzeit der Samurai wurde diese Tanto wohl genutzt, um dem getöteten Feind den Kopf als Beweis für den Daimyo abzuschneiden. Später dürften Tanto in dieser Form dann hauftsächlich für die Gartenarbeit benutzt worden sein.

7.) Beimesser und Schwertnadel (Kozuka und Kogai)

Sowohl das Katana und auch das Chisa-Katana, das Wakizashi und der Tanto können mit einen Kozuka und /oder einem Kogai ausgestattet sein. Beim Tanto und auch beim Wakizashi kommt diese Zusatzausstattung öfter vor als beim Katana. Langschwerter die sowohl mit Kozuka als auch Kogai ausgestattet sind, sind eher selten. Bei werden von Sammlern auch einzeln gesucht. Die Preise für Kozuka, die häufig auch ohne Klinge angeboten werden, beginnen für einfache Stücke bei ca. € 150.-, können aber für exzellente Stück vom bekannten Künstlern auch einige tausend € betragen (dann oft mit Papieren).
Beim Kogai beginnt der Preis in etwa in gleicher Höhe, die Spitzenpreis liegen aber niedriger als beim Kozuka.
Der Preis für ein Set en suite liegt entsprechend deutlicher höher als der Preis für vergleichbare Einzelstücke. Ebenso sind signierte Stück in der Praxis immer teurer als unsignierte, selbst wenn die Signatur - wie bei den Klingen und den Fuchi/Kashira nicht unbedingt etwas über die Qualität aussagt.
Ist das Kogai und das Kozuka eine Teil eines Montierungssets steigt der Wert entsprechend weiter, was jedoch selten vorkommt.

8.) Nagamaki

Es handelt sich um ein Schwert mit langer, gekrümmter Klinge und sehr langem Griff (Tsuka)
Diese Schwertform ist im Original und dann noch in gut erhaltenem Zustand kaum zu finden.
Die Preise bewegen sich i.d.R. weit über € 10000.-

9.) Militärschwerter

Ein beliebtes Sammelobjekt sind auch die japanischen Militärschwerter, da man hier noch für relativ moderate Preise ein japanisches Schwert bekommt. Man muss dabei allerdings berücksichtigen, dass man hier nicht von Samuraischwerter sprechen kann, da die schwerttragende Kriegerkaste der Samurai seit 1876 faktisch nicht mehr existierte. Es waren Schwerter für die Offiziere der nach westlichem Vorbild neugeschaffenen japanischen Armee.

Kyu-Gunto : seit 1872 wurde das japanische Heer und die Marine mit Schwertern im französischen Stil ausgerüstet. Mehrheitlich hatten diese Waffen, die technisch betrachtet - genauso wie die klassischen Samuraischwerter - Säbel waren, Klingen aus modernem Stahl, die maschinell hergestellt wurden. Es gab jedoch eine relativ große Zahl handgeschmiedeter Klingen aus traditionellem Tamahagane.

1934 wurde das Kyu-Gunto beim Heer vom Shin-Gunto abgelöst und ab 1937 bei der Marine vom Kai-Gunto.
Beide Schwertarten waren vom klassischen Tachi inspiriert, wobei die Montierungen sich voneinander unterschieden.

Die Unteroffiziere waren mit sogenannten NCO Shin Gunto ausgerüstet, deren Klingen maschinell aus reinem industriellen Stahl hergestellt wurden. Von diesem Schwerttyp wurden verschiedene Varianten hergestellt, u.A. mit Griffen aus Aluminium, Kupfer oder Holz, wobei die Aluminiumversion die bekannteste ist.
Für ein erstklassig erhaltenes Schwert dieser Art werden mindestens € 700.- fällig.

Wichtig ist, dass alle Teile nicht nur vollständig vorhanden und klapperfrei montiert sind, sondern auch, dass alle Teile nummerngleich sind. Die meisten der von diesem Typ angebotenen Schwerter sind jedoch zusammengestückelt und -gebastelt, weisen Beulen in der Scheide (Saya) auf, sind nicht mehr mit der Originalfarbe versehen und viele Teile sind nicht nummerngleich. Die Klingen sind oftmals verkratzt und unfachmännisch nachgeschliffen worden. Preise liegen dann entsprechend deutlich niedriger.
Dieser Schwerter sind für viele Liebhaber des japanischen Schwertes nicht wirklich interessant, da sie außer der Grundform nichts mehr mit dem klassischen Samuraischwert zu tun haben. Sie werden häufiger von Militariasammlern gekauft, die sie als militärisches Sammelobjekt betrachten und daher auch auf die Nummerngleichheit Wert legen.

Alle anderen Militärschwerter für höhere Offiziersränge weisen Klingen verschiedenster Qualitäten und Herstellungsarten auf, die - genauso wie der Erhaltungszustand und die Vollständigkeit und Stimmigkeit der Montierung - ausschlaggebend für den Preis sind :

- Murata-to Klingen wurden aus einer Mischung aus klassischen Tamahagane und modernen Industiestahl geschmiedet

- Taisabi-to Klingen waren maschinell produziert. Verwendet wurde ein von der japanischen Marine entwickelter rostfreier Stahl, der jedoch dem heutigen rostfreien Edelstahl der zahlreichen Dekoschwerter weit überlegen war. Preise für gute Exemplare ca. € 900.-

- Showa-to Klingen wurden ab 1926 von Hand, jedoch nicht aus traditionellem Tamahagane geschmiedet. Preise für gute Exemplare ca. € 1200.-

- Mantetsu-to Klingen wurden in der von den Japanern besetzten Mandschurei aus Eisenbahnschienen geschmiedet und sind auch heute noch bei Sammlern und Kampfsportlern wegen Ihrer Robustheit beliebt. Preise für gute Exemplare ca. 1200.-

- Gendai-to Klingen wurden ab 1877 - nach der de facto Abschaffung der Samuraikaste - auf traditionelle Art aus Tamahagane geschmiedet. Preise für gute Exemplare ab ca. € 2800.-
Das japanische Heer ließ solche Klingen für ihre Offiziere u.A. auch im (heutzutage zu Recht sehr umstrittenen) Yasukuni-Schrein anfertigen, die Marine im Minatogawa-Schrein. Klingen die nachweislich aus einem dieser beiden Schreine stammen sind i.d.R. deutlich teurer.

- Antike Klingen, von den Offizieren oftmals privat erworben oder aus Familienbesitz stammend. Preise für gute Exemplare ab 3500.-

Zivile Schwerter in Armeemontierungen :

Z.T. wurden von höherrangigen Offizieren auch alte Familien- oder privat beschaffte Schwerter quasi "militarisiert", d.h. oftmals mit einer ledernen Feldmontierung überzogen.
Diese entsprachen zwar nicht immer der Dienstvorschrift, wurden aber - wie vieles andere auch - geduldet. Die Preise bewegen sich hier je nach Klingen- und Montierungsqualität für gute Exemplare ab € 3000.- aufwärts, wenn Klingen aus Tamahagane verwendet wurden.

Shikito Paradeschwerter :
Diese ungeschliffenen Paradeschwerter aus rostfreiem Stahl waren für den Kampfeinsatz völlig ungeeignet. Preise ab 300.- für gut erhaltene Stücke

Imperial Gift-Schwerter :
Eine besonders seltene Variante sind Schwerter, die vom oder im Namen des Kaisers als Geschenke an verdiente Personen überreicht wurden. Sie haben i.d.R. hochwertige Klingen und stecken in einer besonderen Montierung, die zwar der Gunto-Montierung ähnlich sieht, sich aber bei genauer Betrachtung doch deutlich von dieser unterscheidet. Diese Schwerter sind sehr selten und - wenn entsprechende Urkunden dazu vorhanden sind - sehr teuer.
Im Maritimen Museum in Hamburg beispielsweise befindet sich das Schwert, das der Deutsche Kapitän zur See Bernhard Rogge 1942 von Kaiser Hiroito verliehen bekommen hatte, zusammen mit der entsprechenden Urkunde. Hermann Göring und Erwin Rommel waren neben Bernhard Rogge die einzigen Ausländer, denen ebenfalls ein solches Schwert verliehen worden war.

Diplomaten- und Polizeischwerter :
Die große Zahl an Diplomaten und Polizeischwertern, die zwischen 1877 und dem Ende des zweiten Weltkrieges hergestellt wurden, bewegen sich je nach Zustand zwischen ca. € 300.- und € 1500.-. Bei hochwertigeren Klingen (was selten vorkommt) entsprechend mehr.

Mandschurische Eisenbahner-, Armee-, Polizeischwerter :
Die Japaner setzten in der von ihnen besetzten Mandschurei eine Marionettenregierung mit dem ehemaligen chinesischen Kaiser an der Spitze ein. Die mandschurische Armee und Polizei hatten eigene Schwerter, die sich an den japanischen Vorbildern orientierten. Ebenso waren einige Angehörige der mandschurischen Eisenbahn mit eigenen Schwerttypen ausgestattet. Alle Modelle können leicht mit den japanischen verwechselt werden. Vor allem die Eisenbahnerschwerter sind sehr selten und schwer zu bekommen. Da sie aber kaum bekannt sind, ist der Preis aller mandschurischen Schwerter nicht sehr hoch und liegt i.d.R. noch unter dem vergleichbarer japanischer Modelle. Die japanische Armee hatte in der Mandschurei eine eigene Schmiede eingerichtet, die auch Klingen für die japanische Armee herstellte (s.o.)

Marinedolche :
Die Marinedolche des zweiten Weltkrieges wurden ebenfalls in unterschiedlichen Qualitäten hergestellt (z.T. ähnlich wie bei den Gunto mit Rochenhautimitat aus Kunststoff und einfachstem Klingenstahl). Die Preise liegen zwischen € 250.- und € 700.-

Kamikaze-Tanto :
Die Kamikaze-Piloten waren oftmals mit einem Tanto ausgerüstet, jedoch waren diese selten offizielle Ausrüstungsgegenstände, sondern privat beschaffte Tanto - häufig in Shirasaya oder shirasayaähnlicher Montierung. Auf Grund von Signaturen auf der Angel oder der Saya können bei manchen Tanto Rückschlüsse auf eine solche Verwendung gezogen werden. Oftmals wird der Begriff Kamikaze-Tanto aber nur als verkaufsförderndes Argument genommen, ohne das der Verwendungszweck irgendwie belegt werden kann. Tatsächlich gibt es in Japan im Nationalmuseum in Tokio nur ein einziges Modell, das nachweislich offiziell an Kamikaze-Piloten ausgegeben wurde. Dieses ist entsprechend selten und kaum erhältlich.

Schwerter von Hilfstruppen :
Die japanische Armee rekrutierte während des Krieges auch Hilfstruppen aus Korea, wobei diese "Rekrutierungen" meist mit Hilfe massiver Zwangsmaßnahmen durchgeführt wurden.
Diese Soldaten wurden i.d.R. nicht mit entsprechenden Militärschwertern ausgerüstet. Manche besorgten oder bauten sich entsprechende Schwerter selbst, wobei oftmals krude "zusammengebastelte", dem Gunto nur entfernt ähnliche Teile herauskamen. Diese Schwerter werden heute häufig als billige Fälschungen abgetan, jedoch gibt es Schwerter die wohl offenbar tatsächlich von einem koreanischen Angehörigen der japanischen Armee getragen wurden, wobei der Beweiß, das es sich um ein solches Exemplar handelt, meist kaum möglich ist.

Souvenirschwerter :
Das fast jeder amerikanische Soldat vom europäischen Kriegsschauplatz eine deutsche 08 oder P38 Pistole und aus Asien ein Samuraischwert als Souvenir mitbringen wollte, kamen australische Soldaten auf die Idee einen schwunghaften Handel mit gefälschten Gunto aufzuziehen. Es dürften sicherlich aus anderen Quellen noch ähnliche Souvenirs aufgetaucht sein. Auch diese Schwerter sind also quasi historische Stücke, auch wenn sie mit den japanischen Militärschwertern nicht viel gemein hatten. Auch bei diesen "Anfertigungen" dürfte der Nachweis, dass es sich um ein solches "historische Souvenir" handelt jedoch kaum möglich sein.

Mon :
Manche Gunto weisen auf der Kashira ein silbernes Familien-Mon (Wappen) auf. Es war den Offizieren gestattet ein entsprechendes Mon anzubringen. Trotzdem sind diese Mon selten zu finden und steigern den Wert eines Gunto, vor allem wenn es sich um ein geschmiedetes Modell handelt.

Gunto aus China :
Im Internet, vor allem auf Auktionsseiten werden zahlreiche japanische Gunto für Preise ab $ 25.- angeboten. Z.T. wird klar gesagt, dass es sich um Repliken handelt, teilweise wird aber lediglich von japanischen Militärschwert oder Gunto gesprochen, sodass der Laie u.U. davon ausgehen könnte, dass es sich um ein Original handelt. Das für diese Preise kein historisches Original - und schon gar nicht in gutem Zustand - zu bekommen ist, dürfte jedoch klar sein.

10.) Knochenschwerter und Knochenaikuchi

Seit der Meji-Zeit bis in die 30iger Jahre des 20zigsten Jahrhunderts wurden in Japan für Touristen zahlreiche Schwerter aus Knochen in sehr unterschiedlichen Qualitäten hergestellt. Diese Schwerter sollten die klassischen Tachi aus Elfenbein aus dem 18. und 19. Jahrhundert imitieren. Die Schnitzereien waren häufig wenig plastisch und wenig ausdrucksstark ausgeführt. Mit der Qualität der alten Originale hatten aber auch die Klingen in der Regel nichts zu tun. Oftmals waren einfache, grob in Klingenform geschliffene Stahlstück in die Montierung gesteckt. Meistens waren die Klingen eingeklebt, was man bei einem echten japanischen Schwert niemals getan hätte. Manchmal waren auch alte, aber bereits heruntergeschliffene Klingen, oftmals bereits ohne Hamon verwendet worden. In selteneren Fällen, meist wenn sich der Schnitzer etwas mehr Mühe gegeben hatte und die Detailtreue und Plastizität deutlich größer war, wurden sogar echte, qualitativ einfachere, aber immerhin alte Originalklingen aus Tamahagane verwendet. An fehlerfreie und gut polierte Klingen darf man hier natürlich nicht denken.
Die Preise bewegen sich zwischen € 200.- und € 800.-, wobei die qualitativ besseren und teureren Ausführungen eher selten sind. Die meisten bewegen sich in der Preisklasse zwischen € 200.- bis € 400.-

11.) Dekorationschwerter

In der späten Meji- oder der frühen Showa-Zeit wurden reine Dekorationsschwerter in mit Kupfer beschlagenen und gravierten Prunksaya angefertigt. Diese in Tachistil gehaltenen Schwerter dienten schon auf Grund ihres sehr hohen Gewichts als reine Zierschwerter für die Präsentation auf dem Ständer. Teilweise waren alte Klingen in einfachster Qualität verwendet worden. Die Montierungen waren gehobene Touristenware, z.Z. sehr üppig ausgestattet, aber von der handwerklichen Qualität her eher dürftig. Die Preise variieren zwischen € 800.- - € 1500.-

12.) Yari

Neben den bekannten Schwerttypen findet man auf dem Markt auch hin und wieder weitere japanische Waffen wie den Speer (Yari). Dieser ist recht häufig zu bekommen. Die Preise für ein gut erhaltenes, schlichtes und montiertes Exemplar liegen bei ab € 1000.-.

13.) Naginata

Die japanische Lanze ist sehr viel seltener und deutlich teuerer, vor allem wenn sie vollständig montiert und in gut erhaltenem Originalzustand vorliegt. Ab ca. € 3000.-

II.) Die Klinge

Entscheidend an antiken Samuraischwertern ist der Zustand der Klinge. Alle anderen Montierungsteile lassen sich ersetzen, ergänzen oder restaurieren.
Die Klinge des Katana aber auch anderer japanischen Waffen wie Tachi, Wakizashi, Tanto, Aikuchi, Kwaiken, Yari, Naginata, Nagamaki, Nodachi und diverser Unterarten wie des Kodachi, des O-Tanto, des Chisa-Katana etc. bestehen aus Tamahagane. Als Ausgangsmaterial für diesen Stahl wurde Eisensand verwendet, der durch einen aufwendigen Prozess im Tatara (japanischer Schmelzofen) geschmolzen und dann geschmiedet wurde. Hierbei besteht immer die Gefahr, dass es zu Einschlüssen und Schweißfehlern kommt. Gerade bei sehr alten Klingen ist das fast unvermeidbar. Ein "gewisses" Maß an Fehler ist also tolerierbar, wobei bei den Klingen jüngeren Datums (17tes - 20tes Jahrhunderts) die Schmiedestruktur meist sehr viel dichter, die Fehlerwahrscheinlichkeit also geringer ist.
Gerade die älteren Klingen sind es aber, die machen Sammler ansprechen.
Grundsätzlich gilt : je weniger Einschlüsse und Schweißfehler, desto besser (und teurer)

Auch darf die Klinge eines antiken Samuraischwertes nicht "offen sein", d.h. der weichere innere Kern darf nicht zum Vorschein treten. Oftmals ist die Klinge bereits durch zahlreiche Polituren so dünn geworden, dass der Kernstahl, der nicht so häufig wie der Mantelstahl gefaltet wurde und insofern auch nicht so fehlerfrei ist, an einigen Stellen der Klinge anfängt durchzuscheinen. Man sieht an diesen Stellen meist Stahllagen, die nicht perfekt verschweißt sind, oftmals auch schwarz schimmernde Kohlenstoffeinschlüsse.

Die Härtelinie Hamon sollte noch eine gewisse Breite aufweisen, vor allem, wenn die Klinge erst neu poliert werden muß. Unter einer Politur versteht man beim antiken Samuraischwert die vollständige Überarbeitung der Klinge, d.h. das Herausschleifen von Ausbrüchen, Rostflecken, Scharten und Kratzern und das Schärfen der Klinge. Ein Hamon von nur noch 2 mm ist spätestens bei der anstehenden Politur vollständig weg.
Grundsätzlich hat sich der bewegte Hamon, der irgendeine Form von Wellen, Zacken, o.Ä. aufweist, als beim heutigen Sammler beliebter erwiesen, als der gerade sogenannte Suguha-Hamon. Somit wird ein Schwert mit einem gewellten Hamon id.R. auch einen höheren Preis erzielen, als ein ansonsten qualitativ vergleichbares mit Suguha.

Bei den Polituren gibt es erhebliche Qualitätsunterschiede, was sich natürlich auch auf den Gesamtpreis auswirkt. Eine Politur, wie man sie auf der Klinge eines hochrangigen (und teuren) japanischen Meisterschmiedes aufbringen würde, kann in Japan (zusammen mit Versand, Zollgebühren und allen weiteren bürokratischen Kosten) durchaus bis zu 4000.- € kosten.
Bei den meisten Klingen reicht eine preisgünstigere Politur, um ein ausgezeichnetes und dem Wert der Klinge angepasstes Ergebnis zu erzielen. Mittlerweile gibt es auch in Europa einige sehr gute Polierer, sodass es lediglich bei sehr hochwertigen und teuren Schwertern noch angebracht ist, diese extra nach Japan zu schicken.

Wichtig ist auch eine ausreichend vorhandene sogenannte Boshi, wie die Fortsetzung der Härtelinie in der Spitze (Kissaki) der Klinge genannt wird. Schwerter wurden oftmals im Einsatz beschädigt, was beim Stoß zur Beschädigung eben dieser Boshi geführt haben kann.
Eine Klinge ohne Boshi ist wie eine teure Briefmarke, bei der die Zacken fehlen. Für den Sammler ist sie praktisch wertlos.

Vorsicht ist geboten bei Klingen, die von manchem Hobbyrestaurator oftmals bereit vor vielen Jahren oder Jahrzehnten "überarbeitet" wurden. Solch Klingen tauchen in letzter Zeit öfter aus Erbschaften auf. Häufig wurde hier der Rost entfernt, indem die Klinge mit den normalen "Haushaltsmitteln" wie verschiedenen Schleifpapieren aus dem Baumarkt überschliffen, teilweise sogar mit richtig groben Feilen überarbeitet wurde. Abgesehen davon, dass die Oberfläche meist sehr wellig geworden ist, ist die Klinge häufig vollkommen aus der Form geraten. Die klingentypische Gesamtgeometrie stimmt nicht mehr und lässt sich oftmals vom Polierer nur durch einen erheblichen Aufwand wieder in Form bringen, wobei meist sehr viel Klingenmaterial verloren geht - mehr als nötig gewesen wäre, wenn man die Klinge zunächst so belassen hätte wie sie ist, um sie zu gegebener Zeit dem Fachmann zur Politur zu übergeben. Manche dieser Klingen sind durch solche unfachmännischen Restaurierungsversuche bereits so irreparabel zerstört, dass eine fachmännische Aufarbeitung nicht mehr lohnt. Die Klinge wäre so dünn (s.o.) und eventuell "offen" (s.o.) und der Hamon so schmal oder gar ganz verschwunden, dass alle entscheidenden Merkmale die den Wert einer Klinge ausmachen, nicht mehr vorhanden wären. Gerne wurde auch die Klingenangel (Nakago) überarbeitet. Auf diese wird bei der Neuanfertigung der Klinge ein Feilmuster (Yasurime) angebracht, das mit zunehmendem Alter eine stets weiter wachsende "Korrosionspatina" aufweist, an Hand derer der Fachmann z.B. auf das Alter der Klinge schließen kann. Diese Patina ist ähnlich wie die Jahresringe am Baum ein Spiegel der Zeit und gehört somit unbedingt "unbefummelt" und unbearbeitet als wichtiger Bestandteil zur gesamten Klinge. Wenn es sich um eine signierte Klinge handelt, befindet sich die Signatur, d.h. der Name des Schmieds sowie u.U. weitere Informationen wie der Herstellungsort, das Datum, durchgeführte Schnitttests etc. grundsätzlich auf der Angel. Auch deshalb sollte man die Finger von der Nakago lassen.

Fatal sind auch Schleifversuche am Bandschleifer oder ähnlichen schnell rotierenden Geräten. Häufig wird der Klingenstahl dadurch sehr schnell überhitzt und "ausgeglüht", d.h. es kommt zu einer kristallinen Umstrukturierung, quasi dem umgekehrten Vorgang wie er bei der Härtung der Klinge stattfindet. Der Stahl wird wieder weich, der Hamon und auch die Boshi werden dadurch oftmals unwiederbringlich zerstört (sprich quasi "entfernt"), die Klinge wird endgültig wertlos.
Vor allen solchen "Selbstversuchen" sei an dieser Stelle also ausdrücklich gewarnt. Beim Kauf solcher "überarbeiteten" Klingen ist immer Vorsicht geboten. Oftmals erweist sich das vermeintliche "Schnäppchen" als rausgeschmissenes Geld. Spätestens nach einer teuren Neupolitur ist die Enttäuschung oftmals groß.

Erkundigen Sie sich gerne bei uns, was sie tun können um weiteren Schaden zu verhindern, wenn Ihre Klingen frischen (= roten) Rost aufweist, sie aber die Kosten für eine Neupolitur noch scheuen. Ebenso sollte man sich immer beim Fachmann erkundigen was zu tun ist, wenn die Nakago frischen roten Rost aufweist.

III.) Saya/Shirasaya

Die Scheide (Saya) ist in den meisten Fällen nicht mehr die originale Saya aus der Zeit der Entstehung. Im Idealfall ist es jedoch eine alte japanische Saya mit vollständig erhaltener Urushi-Lackierung und interessantem, aufwendigen Muster und Sayabeschlägen, die zur restlichen Montierung passen. Eine solche Saya treibt den Preis deutlich in die Höhe

Die Shirasaya ist eine schmucklose Montierung, lediglich der Aufbewahrung der Klinge dient, wenn das Schwert demontiert ist. Das Vorhandensein eine solchen Shirasaya, am besten noch mit einer entsprechenden Signatur (Saya-gaki) und einer passenden Holzklinge für die Montierungssaya (Tsunagi) steigert den Preis ebenfalls.

IV.) Japanische Papiere

Manche Schwerter oder Tanto, Aikuchi, aber auch Stangenwaffen wie Yari oder Naginata, sowie Montierungsteile werden mit japanischen Papieren angeboten.
Hierbei muss man unterscheiden, um welche Gesellschaft es sich hierbei handelt.
Die bekanntesten Schwertgesellschaften sind die NBTHK und die (deutlich ältere) NTHK. Die Papiere dieser beiden Gesellschaften haben den höchsten Rang bei den Sammlern. Allerdings treiben Papiere dieser Gesellschaften den Preis eines japanischen Waffe oder einer Montierung auch deutlich in die Höhe.

1.) Die Papiere kleinerer Gesellschaften oder Papiere wie sie von japanischen Händlern oder Polierern ausgestellt werden sind z.T. deutlich günstiger, haben aber international nicht den hohen Rang, treiben aber dafür den Gesamtpreis des Schwertes nicht so in die Höhe wie die NBTHK- oder NTHK-Papier

2.)NBTHK :

Hozon Token Papiere (hellgelb)
Tokubetsu Hozon Token (braun)
Juyo Token
Tokubetsu Juyo Token

Die Hozon Papiere sind die einfachsten, die Tokubetsu Juyo die hochwertigsten Papiere, die nur Schwertern allerhöchster Qualität erhalten. Allerdings sind die Kosten bei der Beantragung dieser Tokubetsu Juyo Papiere auch die höchsten. Diese Papiere gib die NBTHK seit den 80zigern aus. Vorher gab es ein anderes (seit 1951 bzw. 1972) geltendes System :

Kicho (weiß)
Tokubetsu Kicho (hellgrün)
Koshu Tokubetsu Kicho (hellblau)
Juyo Token (bis 1972 das höchste Papier)
Tokubetsu Juyo Token

3.) NTHK :

Die Shinteisho Papier sind hier die einfachsten, die Sai Yushu Saku Papiere werden nur an Meisterwerke von höchster Bedeutung verliehen

Shinteisho
Kanteisho
Yushu Saku
Sai Yushu Saku

International genießen die NTHK- und die NBTHK-Papier das höchste Ansehen.

V.) Tsuba, Fuchi/Kashira/Menuki und Sayabeschläge

Wichtigster Bestandteil der Montierung sind Fuchi und Kashira (Zwinge und Kappe), die Tsuba (Stichblatt) und die Menuki
Einfachste Ausführungen eines Fuchi/Kashira-Sets aus der Showa- Epoche für ein Katana sind schon ab ca. € 150.- erhältlich, eine Tsuba aus dieser Zeit schon für € 100.-
Vergleichbare Eisenmontierungen beginnen etwa beim Doppelten, ebenso solche aus Shakudo oder Shibuishi. Die Preise für exzellente Stücke bewegen sich - ähnlich wie bei Kozuka und Kogai - aber auch schnell bei einigen Tausend €.
Auch die Preise für Montierungen von Militärschwertern bewegen sich z.Z. deutlich nach oben. Selbst die Preise für die späten Kriegsausführungen der Jahre 1944 und 1945 bewegen sich mittlerweile bei ca. € 100.- für Fuchi/Kashira, ebenso für die Tsuba, die früheren Messingausführungen sind gut doppelt so teuer.
Ein Paar einfache Menuki sind schon ab ca. € 150.- zu bekommen, aber auch heir können Meiserstücke mit Papieren mehrere tausend € kosten.
Ein Menukipaar für eine Gunto bekommt man ab etwa € 80.-.
Entsprechende Montierungen für ein Wakizashi sind deutlich günstiger, da von diesen erheblich mehr hergestellt wurden.
Montierungsteile (Fuchi/Kashira, Tsuba, Kozuka, Kogai, Menuki) wurden häufig als Set hergestellt und z.T. auch signiert.

Je umfangreicher ein Set ist desto teurer ist es auch im Verhältnis zum Preis einzelner Teile.
Sind die Teile dann noch signiert und auch noch von einem berühmten Meister oder einer entsprechenden Schule, steigt der Preis sehr schnell nach oben
Auch hier gilt : Der Preis für ein Set en suite liegt entsprechend deutlicher höher als der Preis für vergleichbare Einzelstücke bzw. eine Set, das aus verschiedenen Teilen zusammengestellt und dann auf ein Schwert montiert wurde. Ebenso sind signierte Stück in der Praxis immer teurer als unsignierte, selbst wenn die Signatur - wie bei den Klingen und den Kozuka/Kogai nicht unbedingt etwas über die Qualität aussagt.
Im absoluten Idealfall hat man ein Set bei dem sogar die eventuell vorhandenen Sayabeschläge en suite zur restlichen Montierung passen.

VI.) Hawley, Toko Taikan, Fujishiro

Häufig wir bei zum Verkauf stehenden Schwertern eine Punktzahl nach Hawley oder eine Summe in japanischen Yen nach Toko Taikan angegeben, sofern der Schmied des Schwertes bekannt ist.
Bei dem Beurteilungssystem nach Fujishiro wir dem Schmied eine Beurteilung wie "medium made" oder "supreme made" zugewiesen.
Alle diese Systeme stellen eine Beurteilung des Schmiedes und seiner Arbeit im Allgemeinen dar, nicht des konkreten Schwertes.
Vor allem die Punktzahl nach Hawley wird in letzter Zeit häufig verwendet. Sie ist zwar durchaus ein gutes Hilfsmittel, aber z.T. ist die Beurteilung des Schmiedes auch recht willkürlich vergeben worden. Vor allem Schmiede aus der Jüngeren Zeit tauchen überhaupt nicht auf oder erhalten nur eine geringe Punktzahl, was ihrer Arbeit oft nicht gerecht wird.
Diese Beurteilungen sind also mit Vorsicht zu genießen, geben sie zwar einen grundsätzlichen Anhaltspunkt, berücksichtigen aber nicht die Bandbreite und Qualitätsschwankungen in der Arbeit eines Schmieds. In der Verkaufspraxis wir aber eine hohe Punktzahl immer auch in einem höheren Verkaufspreis resultieren.

VII.) Signaturen

Viele Klingen weisen auf der Angel Signaturen auf. Meist findet man dort den Namen des Schmieds, aber auch das Entstehungsjahr und -ort manchmal Informationen über den durchgeführten Schnitttest etc. Das signieren von Klingen war jedoch zu frühen Zeiten nicht unbedingt üblich. Von Masamune gibt es keine nachweislich von ihm signierte Klinge.
Häufig werden die Klingen durch eine der begutachtenden Schwertgesellschaften einem Schmied oder einer Schmiedeschule zugeordnet. Es gibt exzellente Klingen, die nicht signiert sind und einfach solide, aber nicht wirklich bemerkenswerte Klingen, die teilweise beidseitig signiert wurden. Eine Signatur sagt also nicht wirklich etwas über die Qualität aus. Es hat sich aber auf dem Sammlermarkt der Wunsch des Kunden nach einer Signatur durchgesetzt, sodass qualitativ einfachere Klingen mit Signatur z.T. teurer verkauft werden können als höherwertige Klingen ohne Signatur (= mumei).
Ähnlich wie bei vielen anderen Kunstwerken aus allen Teilen der Welt auch, war auch bei den Samuraischwertern die Versuchung stets groß, sich mit fremden Federn zu schmücken.
Von manchem berühmten Schmied gibt es mehr gefälschte Schwerter mit entsprechender Signatur als echte (=gimei). Teilweise weisen diese Fälschungen trotzdem eine hervorragende Qualität auf, teilweise sind sie nur ein Schatten ihrer Vorbilder. Man sollte jedoch immer berücksichtigen, dass weder die NTHK noch die NBTHK bereit sind für solche Gimei-Schwerter Papiere auszustellen, auch wenn sie von hervorragender Qualität sind.
Gleiches gilt übrigens auch für die bereits oben besprochenen Montierungen (Tsuba, Fuchi/Kashira, Kozuka, Kogai). Lediglich die kleineren Gesellschaften stellen Papiere aus, in denen diese Fälschung aber ausdrücklich angegeben wird.

VIII.) Grundsätzliches

Originalzustand :
Samuraischwerter müssen mit anderen Augen betrachtet und begutachtet werden als europäische Waffen. Sie wurden von Generation zu Generation weitervererbt und wurden gehütet und gepflegt. Sie waren aber auch einem ständigen Wandel unterworfen. Sie wurden immer wieder neu montiert, u.U. gekürzt und vor allem sorgfältig nachpoliert, wobei sie natürlich auch an Masse verloren. Viele, vor allem sehr alte Schwerter sind daher nicht mehr in Originalzustand aus der Zeit ihrer Entstehung, vor allem nicht mehr so montiert, wie sie es ursprünglich waren. Solange diese Arbeiten alle handwerklich korrekt von den entsprechenden japanischen Handwerkern durchgeführt worden sind ist das grundsätzlich auch kein Manko, sondern gehört zu einem historischen japanischen Schwert dazu. Da es sich ohnehin um Einzelstücke handelt, die entsprechend den Wünschen des Kunden von einer ganzen Gruppe von Handwerkern hergestellt worden waren, gibt es daher auch nicht den Begriff Nummerngleich, wie er von vielen Sammlern europäischer Waffen, vor allem aus der Zeit ab dem 18. Jahrhundert gefordert wird. Alle Teile müssen hier möglichst original aus der Zeit der Entstehung stammen und "nummerngleich" original zu dieser Waffe gehören, um den höchstmöglichen Preis zu erzielen. Dies mag bei einem japanischen Schwert aus dem 18. Jahrhundert noch möglich sein, bei einem Schwert aus dem 14. oder 15. Jahrhundert definitiv nicht. Dennoch hat sich auch in diesem Markt ein Wunsch nach einer gewissen "Vollständigkeit", bzw. "Originalität" durchgesetzt. Ein vollständig ungekürztes Schwert (ubu) mit nur eine Dübelloch (Mekugi Ana ) erzielt auf jeden Fall ein höheren Preis als ein qualitativ gleiches gekürztes, selbst wenn beide im Endergebnis noch die gleiche Länge aufweisen.

Klingenlänge (Nagasa) :
Die Länge ist ebenfalls ein entscheidendes Preiskriterium. Gemessen wir sie grundsätzlich nicht bis zur Tsuba, sondern bis zur Mune Machi, d.h. bis zu dem Absatz am Rücken, der ca. 2 cm vor der Tsuba liegt, an dem das Habaki (Klingenzwinge) festgesetzt ist. Die meisten Schwerter haben eine Länge von deutlich unter 70 cm Nagasa. Der durchschnittliche Samurai war häufig nicht größer als 160 cm, d.h je länger die Klinge, desto schwerer war sie für Ihn zu handhaben. Der Wunsch des heutigen Sammler geht aber eindeutig zu langen (und damit selteneren) Klingen.

Hohlkehle (Hi) :
Auch wünschen sich viele Sammler eine Klinge mit einer oder sogar mehreren Hohlkehlen, die die Mehrheit der Klingen aber nicht hatte.

Signaturen :
In den Augen vieler Kunde "muss" ein japanisches Schwert auch signiert sein. Ein großer Teil der Klingen waren es aber nicht. Viele - auch hochwertige Klingen von teilweise berühmten Schmieden oder aus bekannten Schulen - waren aber "mumei" (= unsigniert).
Bei Signaturen von berühmten Schmieden ist oftmals - wie bereit oben beschrieben - Vorsicht geboten. Viele sind gefälscht. Diese Gimei- Schwerter erhalten grundsätzlich keine NTHK- und keine NBTHK-Papiere. Mit einem Mumei-Schwert wird man dagegen grundsätzlich kein Problem und u.U. auch die Klinge eines berühmten Meisters haben.

Stahl :
Der Stahl der japanische Klinge ist aus Eisensand gefertigt. Je älter die Klinge ist, desto größer ist auch das Risiko von Einschlüssen und Schweißfehler. Zum einen waren die alten Stähle z.T. noch aus lokaler Produktion und von den Schmieden selbst hergestellt und noch nicht von einem der großen Tatara-Öfen, die in späteren Jahren die Schmiede belieferten und bessere und gleichmäßigere Stahlqualitäten lieferten und zum anderen waren die Stähle noch nicht so häufig gefaltet und dicht geschmiedet wie bei den Klingen aus jüngerer Produktion.
Bei den Sammlern hat sich der Wunsch nach möglichst fehlerfreien Klingen durchgesetzt, sodass man selbst bei älteren Klingen großen Wert auf absolute Fehlerfreiheit legt, was vor allem bei diesen Klingen natürlich nur sehr schwer zu finden ist.

Montierungen:
Der Preis eines Schwertes mit einem Montierungsset en suite, am besten noch signiert und von einem bekannten Meister steigt leicht steil nach oben. Ist die Verzierung oder das Motiv dann noch besonders interessant - z.B. Drachen oder Samurai - und sind darüber hinaus noch Papiere - am besten hochwertige - vorhanden, steigt der Preis deutlich weiter. Ist das Set darüber hinaus noch sehr umfangreich, weil es z.B. noch ein passendes Kogai und Kozuka umfasst, steigt der Preis weiter.

Samuraischwert/Japanisches Schwert :
Oftmals werden im Internet Schwerter als Samuraischwerter angeboten, die erst nach 1876 hergestellt wurden. Korrekterweise muss man sagen, dass es sich dabei um japanische Schwerter, aber nicht um Samuraischwerter handelt, denn die Samurai als schwertertragende Kriegerkaste gab es zu dieser Zeit bereits nicht mehr.

Hamon:
Der Hamon stellt beim japanischen Schwert eine technische und gestalterische Besonderheit dar. Je aufwendiger und ausgefallener der Hamon gestaltet ist und je mehr Besonderheiten, wie Nie, Nioi, Ashi, etc. er aufweist, desto interessanter ist das Schwert für den Sammler, wodurch natürlich auch der Preis entsprechend steigt. Den geringsten Preis erzielen auf dem heutigen Sammlermarkt Schwerter mit dem geraden Suguha-Hamon. Zwar geht von dieser Form durchaus ein ästhetischer Reiz aus, jedoch entspricht er nicht den Vorstellungen, die sich die meisten Kunden von der Härteline eines Samuraischwertes machen.

Eigenimport :
Sollten Sie planen ein Schwert über einen japanischen Händler selbst zu importieren, so berücksichtigen Sie bitte die teilweise horrenden Transport- und Versicherungskosten sowie den Importzoll und die Einfuhrsteuer von 19 %, die übrigens nicht nur auf den Preis des Schwertes, sondern auch - da eine Dienstleistung - auf die Transport- und Verpackungskosten anfällt. Hinzu kommen die massiven Probleme im Fall einer Reklamation oder Rückgabe.
Sie müssen einen Antrag auf Rückerstattung der Steuern und des Zolls stellen und dafür sorgen, dass Sie vom Händler in Japan Ihr Geld zurück bekommen. Ferner müssen Sie dafür sorgen, dass bei der Rücksendung der Händler seinerseits keine Steuern und keinen Zoll in Japan zahlen muss, d.h. Sie müssen für die entsprechenden Exportpapiere sorgen, denn andernfalls kann er die Annahme verweigern. Die Kosten für die Rücksenden kommen ebenfalls auf Sie zu.

Neue Politur :
Beim Kauf von unpolierten Schwertern ist zu berücksichtigen, dass man quasi "die Katze im Sack" kauft. In vielen Fällen zeigt sich das wahre Ausmaß erst nach der Politur und die Enttäuschung ist dann oftmals sehr groß. Im günstigsten Fall ist die Hada und der Hamon lediglich nicht besonders bemerkenswert, im ungünstigen Fall ist die Klinge offen, d.h. der innere Kern kommt durch, es tauchen Hagire (Risse), Schweißfehler oder Einschlüsse auf.
Es ist nicht möglich kleine Roststellen oder Kratzer partiell wegzupolieren. Die Klinge muss immer vollständig neu poliert werde, was den Endpreis dann oftmals deutlich in die Höhe treibt.

Shinsakuto :
Wer ein japanisches Schwert kaufen möchte, überlegt manchmal ein Schwert von einem zeitgenössischen Schmied in Japan nach seinen Wünschen neu anfertigen zu lassen. Da die Anfertigung nach heutigen Handwerkerlöhnen erfolgt, liegt der Preis i.d.R. höher als der Kauf eines vergleichbaren alten japanischen Schwertes. Ferner besitzt man zwar eine hochwertige handwerkliche Arbeit, bei einem Verkauf muss man jedoch mit einem deutlichen Preisverlust rechnen

IX.) Fazit

Um quasi das "Maximum" an Samuraischwert zu erhalten würde man folgendes Schwert kaufen :
Möglichst umfangreiche Signatur auf der sehr langen Klinge, von einem berühmten Schmied mit hoher Punktzahl gefertigt, mit Hohlkehle und mit sehr hochwertigen Papieren der NTHK oder NBTHK, fehlerfrei geschmiedet. Dazu eine umfangreicher Montierung, vollständig en suite und signiert mit ebenfalls sehr hochwertigen Papieren, am besten original zu der - natürlich möglichst alten Klinge - gefertigt.
Kommt dann noch eine Saya mit entsprechender Urushi-Lackierung und zur restlichen Montierung passenden Beschlägen, sowie Kogai und Kozuka (alles en suite) sowie eine Shirasaya mit Saya-gaki und Tsunagi hinzu, hat man das perfekte Samuraischwert.
Ein solches Schwert dürfte jedoch kaum zu bekommen und vor allem kaum zu bezahlen sein.
Je mehr Abstriche man macht, desto günstiger wird das Schwert folglich.
Möchte man ein Katana erwerben, bei dem zumindest alle für den Sammler wichtigen Mindestkriterien erfüllt sind, muss man mit mindestens € 4000.- rechnen.
Alles was darunter liegt ist mit Kompromissen behaftet.

Die antiken Samuraischwerter in unserem Geschäft erfüllen alle diese Kriterien, andernfalls weisen wir Sie ausdrücklich auf entsprechende Schäden hin.

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